Diakoniekreis

Ein Erfahrungsbericht aus der Sicht eines Mitgliedes: »Die Initiative zur Gründung eines Diakoniekreises ging vom ehemaligen Pfarrer der Lukasgemeinde, Herrn Müller-Gerbes, aus. Er wollte Menschen finden, die sich um kranke oder einsame Gemeindeglieder (aus der Lukas- und Martin-Luther- Gemeinde) kümmern.

In einer Gruppe mit anderen Frauen hatte ich an einem Kurs für Hauskrankenpflege teilgenommen, der von einer Krankenschwester geleitet wurde. Außerdem brauchte mich meine Familie nicht mehr so sehr, da die Kinder größer geworden waren. So kam die Anregung gerade zum richtigen Zeitpunkt und ich war gleich bereit, dem Diakoniekreis beizutreten. Gleichzeitig war die Gelegenheit gegeben, meine freie Zeit sinnvoll einzusetzen, etwas für andere zu tun und aus meinem christlichen Glauben heraus Nächstenliebe zu praktizieren.

Wir waren damals alle jung und leistungsfähig, so dass wir bei unseren Besuchen oft auch im Haushalt helfen konnten. Später kamen solche praktischen Hilfen von der Diakonie-station. Dies entlastete uns ungemein und unsere Besuche beschränkten sich fortan auf Gespräche – einfach da zu sein und zuzuhören – Vertrauen zu gewinnen. Viele Frauen, die ich in all den Jahren besuchte, habe ich bis zu ihrem Tode begleitet.

Später kamen Besuche im Krankenhaus dazu, welche eine Herausforderung für uns waren: es kostete Überwindung, sich darauf einzulassen. In kurzer Zeit wird man mit vielen Menschen und ebenso vielen Problemen konfrontiert. Ich habe immer noch Herzklopfen, bevor ich eine Tür auf einer Krankenstation öffne: was erwartet mich wohl dahinter? Für die Patienten kommt der Besuch überraschend, so stößt man auch manchmal auf Ablehnung, welche man natürlich nicht persönlich nehmen darf. Doch wenn der Patient mir entgegenlächelt und es zu einem Gespräch kommt – oft auch mit Angehörigen von Schwerkranken, die selbst nicht mehr reden können – und sich die Menschen für den Besuch bedanken, dann bin ich glücklich und froh, dass ich diese Arbeit machen kann und gehe beschenkt nach Hause.

Meine Kraftquelle ist mein christlicher Glaube und die Gewissheit, dass ich unter Gottes Schutz geborgen bin. Aus Dankbarkeit dafür gebe ich gerne diese Erfahrung an andere weiter. Sehr wichtig sind für mich dafür auch die Bibelarbeiten bei unseren monatlichen Treffen, ebenso wie die Seminare zu den verschiedensten Themen, die mir helfen, mit den unterschiedlichsten Situationen besser fertig zu werden.«